Kompost ist zersetzte organische Masse: Gemüseschalen, Gartenabschnitte, Laub, Rasenschnitt — alles, was einmal gewachsen ist. Gut gemachter Kompost verbessert den Boden auf mehreren Ebenen:
- Schwere, lehmige Böden werden lockerer und lassen Wasser besser durch.
- Leichte, sandige Böden halten Feuchtigkeit länger.
- Bodenlebewesen — Regenwürmer, Pilze, Bakterien — werden aktiver und zahlreicher.
Das ist keine Garantie und keine Magie. Es ist das Ergebnis von organischem Material, das in den Kreislauf zurückgeführt wird — ein Grundprinzip in der Permakultur.
Mitte Juni: Die biologische Hochsaison im Kompost
Im Sommer ist die Zersetzung besonders aktiv. Die Wärme beschleunigt die Arbeit der Mikroorganismen. Manchmal steigt morgens Dampf über dem Haufen auf — ein sichtbares Zeichen, dass drinnen etwas passiert.
Gleichzeitig bringt der Sommer ein Risiko: Austrocknung. Ein zu trockener Kompost verliert seine Aktivität. Typische Anzeichen:
- Die Oberfläche ist rissig oder staubtrocken.
- Das Material krümelt, fast ohne Feuchtigkeit.
- Ameisen haben sich eingenistet — ein häufiges Zeichen für Wassermangel.
Drei Dinge, die du jetzt im Juni tun kannst
1. Umsetzen.
Wende den Haufen einmal durch — mit einer Grabgabel oder einem Kompoststab. Das bringt Luft in den Haufen, verteilt Feuchtigkeit gleichmässiger und gibt dir einen Einblick, wie weit die Zersetzung schon fortgeschritten ist. Einmal alle ein bis zwei Wochen reicht.
2. Feuchtigkeit prüfen.
Nimm eine Handvoll Kompost und drücke sie zusammen. Das Material sollte sich anfühlen wie ein gut ausgedrückter Schwamm — feucht, aber kein Wasser tropft heraus. Zu trocken? Dann giesse massvoll nach, am besten morgens oder abends.
3. Mischverhältnis überprüfen.
Der häufigste Fehler beim Kompostieren ist ein Ungleichgewicht: zu viele feuchte, stickstoffreiche Materialien ohne genügend trockene, kohlenstoffreiche Struktur. Beides gehört dazu. Ein guter Richtwert: etwa ein Drittel feuchtes Material, zwei Drittel trockenes Strukturmaterial.
Was jetzt im Sommer gut in den Kompost gehört:
- Gemüseschalen, Kaffeesatz, ungekochte Küchenreste
- Rasenschnitt — aber immer gemischt, nie als dicke Schicht
- Zerrissener Karton, Papier, trockene Zweige oder Staudenschnitte
Was nicht dazugehört: Fleisch, gekochtes Essen, kranke Pflanzen, Katzenstreu.
Kein Platz für einen grossen Haufen?
Für effizienten Kompost ist ein Kubikmeter Volumen sinnvoll — darunter verläuft der Prozess deutlich träger. Hast du weniger Raum, ist Wurmkompost eine praktische Alternative: Eine spezielle Kompostkiste mit Tigerwürmern verarbeitet Küchenreste auf engem Raum und liefert besonders nährstoffreichen Kompost. Gut geeignet für Balkon, Terrasse oder kleinen Garten.
Kompost als Teil des Kreislaufs
In der Permakultur ist Kompost kein Abfallprodukt — er ist ein bewusst gestaltetes Element im Gartenkreislauf. Organisches Material kehrt in den Boden zurück, der Boden nährt neue Pflanzen, und wenig geht verloren. Das Prinzip „Kreisläufe nutzen und schliessen» ist einer der Grundsätze, auf denen Permakultur-Design aufbaut.
Wer Kompostierung im Zusammenhang mit Bodenkunde und Gartengestaltung versteht, beginnt auch die anderen Elemente besser zu lesen: warum Mulch wirkt, warum Bodenbelüftung wichtig ist, wie Pflanzengesellschaften zusammenpassen. Es ist ein Einstieg — kein Endziel.
Kompostkurse und Gartenberatung bei PermaZwerg
Bodenaufbau und Kompost sind zentrale Themen in den Gartenkursen von PermaZwerg. Wenn dich das Thema interessiert oder du Fragen zu deinem Gartenboden hast, schreib uns gerne an — wir schauen gemeinsam, was zu deiner Situation passt.
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