P04 – Bye, Bye Buchs
Bye, bye Buchs
Vom Abschied an einer alten Struktur
Manche Pflanzen prägen einen Ort über Jahre so stark, dass man sie fast nicht mehr hinterfragt. Sie sind einfach da. Still, ordentlich, vertraut. So war es auch mit dem Buchs. Und doch kam irgendwann der Punkt, an dem klar wurde: Was lange selbstverständlich war, passt nicht mehr wirklich zu dem, was dieser Ort künftig sein soll.
Genau dort setzte mein Projekt „bye, bye Buchs“ an.
Der Abschied vom Buchs war nicht einfach nur eine gärtnerische Massnahme. Er war auch ein Perspektivenwechsel. Denn mit dem Entfernen einer dominanten, wenig dynamischen Struktur entstand plötzlich Raum für neue Fragen: Was soll hier stattdessen wachsen? Welche Funktionen fehlen bisher? Wie kann aus einer eher starren Gestaltung ein lebendigeres, vielfältigeres und ökologisch sinnvolleres System werden?
So wurde aus dem scheinbar kleinen Schritt des Entfernens ein eigentlicher Beginn. Wo vorher vor allem Ordnung und Begrenzung im Vordergrund standen, rückten nun Themen wie Vielfalt, Bodenleben, Nützlinge, essbare Pflanzen, Blühaspekte und ökologische Wechselwirkungen stärker ins Zentrum. Der Ort sollte nicht einfach „neu schön“ werden, sondern neu sinnvoll.
Das Projekt machte deutlich, dass Gestaltung in der Permakultur nicht nur heisst, etwas hinzuzufügen. Manchmal beginnt gutes Design דווקא damit, etwas loszulassen, das einmal gepasst hat, heute aber eher Möglichkeiten blockiert. Oder anders gesagt: Auch ein Buchs darf in Würde abtreten, wenn dadurch mehr Leben einziehen kann.
„bye, bye Buchs“ steht für diesen Übergang. Für das genaue Hinschauen, das bewusste Hinterfragen und den Mut, gewohnte Bilder zu verändern. Nicht aus Lust am Ersetzen, sondern weil ein lebendiger Ort mehr sein darf als ordentlich geschnittenes Grün. Nämlich vielfältig, nützlich, schön und in Beziehung mit dem ganzen System.
bye, bye Buchs 2.0 (aktualisiert, 3.4.2026)
Vom ersten Eingriff zur weitergedachten Gestaltung
Mit dem ersten Projekt „bye, bye Buchs“ war der Anfang gemacht: Eine alte Struktur wurde aufgebrochen, ein vertrautes Gestaltungselement losgelassen und Raum für Neues geschaffen. Doch wie so oft in der Permakultur zeigte sich schnell: Der erste Schritt ist wichtig – aber erst die Weiterentwicklung macht daraus ein wirklich tragfähiges Design.
Genau hier setzt „bye, bye Buchs 2.0“ an.
In dieser zweiten Etappe ging es nicht mehr nur darum, dem Buchs Lebewohl zu sagen, sondern die frei gewordene Fläche bewusster und durchdachter neu zu gestalten. Die entscheidende Frage war nun: Wie entsteht aus einem ehemaligen Zierelement ein Ort mit mehr Funktionen, mehr Vielfalt und mehr Lebendigkeit?
Dabei rückten nicht nur einzelne Pflanzen in den Fokus, sondern ihre Beziehungen untereinander und zum Ort. Welche Arten bringen Blüte, Nahrung, Struktur oder Bodenbedeckung? Welche unterstützen Insekten und andere Nützlinge? Welche schaffen Schönheit, ohne bloss Dekoration zu sein? Und wie lässt sich die Fläche so gestalten, dass sie ökologisch sinnvoll, pflegeleicht und zugleich stimmig wirkt?
„bye, bye Buchs 2.0“ steht damit für den Übergang vom Ersatz zur echten Neugestaltung. Es geht nicht einfach um die Frage, was anstelle des Buchs gepflanzt wird, sondern darum, wie aus einer vormals statischen Fläche ein kleineres, aber lebendigeres System entstehen kann. Ein Ort, der mehr kann als „sauber aussehen“ – nämlich mit dem Boden, den Jahreszeiten, den Insekten und den Menschen zusammenarbeiten.
Besonders schön zeigt dieses Projekt, dass Permakultur selten mit einer einzigen Lösung abgeschlossen ist. Sie entwickelt sich in Etappen, über Beobachtung, Erfahrung und Nachjustierung. Oder etwas weniger theoretisch gesagt: Nach dem „bye, bye“ beginnt die eigentliche spannende Arbeit erst richtig.
„bye, bye Buchs 2.0“ ist deshalb die Weiterführung eines Wandels – weg von starrer Begrenzung, hin zu mehr Vielfalt, Funktion und echtem Leben am richtigen Ort.
