P08 – Hohmadpark 18
Hohmadpark 18
Kundenprojekt Familie von Niederhäusern
Ein Quartiergarten mit mehr Leben, mehr Funktion und mehr Freude am Ort
Nicht jedes Permakultur-Projekt beginnt auf einem grossen Hof. Manchmal beginnt es mitten im Wohnquartier – dort, wo Rasen, Obstbäume, Wege, Nachbarschaft und Alltag aufeinandertreffen. Genau darum ging es im Kundenprojekt für die Familie von Niederhäusern in Thun.
Ausgangspunkt war ein bestehender Umschwung mit Potenzial: ein Garten, der bereits Raum, Sonne, einzelne Gehölze und eine gute Grundstruktur mitbrachte, aber in seiner Funktion noch nicht ausgeschöpft war. Im Zentrum stand die Frage, wie aus einer eher offenen Grünfläche schrittweise ein vielfältiger, lebendiger und sinnvoll nutzbarer Garten entstehen kann – abgestimmt auf die Bedürfnisse der Menschen und auf die Qualitäten des Ortes. Das Ideenkonzept verknüpft deshalb Bedürfnisse, Ressourcen, Zonenplanung, Sektorenbeobachtung und konkrete Gestaltungselemente zu einem ersten permakulturellen Gesamtrahmen. Bereits die Inhaltsstruktur zeigt, wie breit der Ansatz gedacht wurde: von Bedürfnissen und Funktionsanalyse über Zonen- und Sektorenplanung bis hin zu Elementen wie Kompost, Hochbeet, essbaren Sträuchern, Pilzgarten, Totholz, Staudenbeet, Kräutergarten und pflegeleichtem Rasen.
Besonders spannend an diesem Projekt ist die Verbindung von Selbstversorgung, Biodiversität und Alltagstauglichkeit. Es ging nicht darum, den Garten einfach „voller“ zu machen, sondern sinnvoller. Welche Elemente bringen Nahrung, Biomasse, Schatten, Ästhetik, Nützlingsförderung und Erholung zugleich? Wie lassen sich Wege kurz halten, Arbeiten erleichtern und Kreisläufe besser schliessen? Genau diese Fragen wurden mit der Funktionsanalyse bearbeitet, bei der Bedürfnisse von Mensch und Ort den vorhandenen Ressourcen gegenübergestellt wurden. Auf der entsprechenden Übersicht werden auf Seiten der Menschen unter anderem Gartenbelebung, Nahrung, Erholung und Nachhaltigkeit genannt, auf Seiten des Ortes Wasser, Sonne, Biomasse, Gehölze und sogar ein altes Trampolin als vorhandene Ressource.
Das Projekt zeigt schön, dass Permakultur nicht einfach aus einzelnen Beeten besteht, sondern aus Beziehungen. Ein Kompost ist dann nicht nur ein Kompost, sondern Nährstoffquelle, Bodenaufbau und Wärmespeicher. Bäume sind nicht nur Obstlieferanten, sondern Schattenspender, Biomasseproduzenten und Lebensraum. Totholz ist nicht „Unordnung“, sondern Habitat. Und ein Stauden- oder Kräuterbeet kann gleichzeitig Nahrung, Blütenreichtum, Nützlingsförderung und Schönheit in den Garten bringen. Diese Mehrfachfunktionen wurden im Konzept systematisch mitgedacht und in konkrete Elemente übersetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Beobachtung des Ortes: Sonnenverlauf, Wind, Wetter, Wasser, Boden und Mikroklima wurden als entscheidende Planungsgrundlagen betrachtet. Gerade im dicht bebauten Umfeld ist es besonders wichtig zu verstehen, wo Schatten fällt, wo Wärme gespeichert wird, wo Wasser versickert oder wo ein geschützter Platz für empfindlichere Pflanzen entstehen kann. Im Projekt wurde dies unter anderem mit Zonen- und Sektorenplanung sichtbar gemacht.
So entstand kein fertiger Gartenplan „von der Stange“, sondern ein Ideenkonzept, das Möglichkeiten sichtbar macht und die nächsten Entwicklungsschritte vorbereitet. Für mich steht dieses Kundenprojekt exemplarisch dafür, wie Permakultur auch auf vergleichsweise kleinem Raum wirksam werden kann: mit klarer Beobachtung, durchdachter Gestaltung und dem Ziel, aus einem Garten einen Ort zu machen, der nicht nur gepflegt, sondern wirklich belebt ist. sondern mit dem Ort zusammenwachsen.
